Nikotinentzug

Rauchentwöhnung – Angst vor dem Nikotinentzug

Denkst du darüber nach, mit dem Rauchen aufzuhören, aber fürchtest dich vor den Nebenwirkungen des Nikotinentzugs? Keine Sorge, Nikotin ist zwar ein starkes Nervengift, aber schon nach etwa zwei Tagen hat der Körper es vollständig ausgeschieden. Die rein körperlichen Entzugssymptome sollten dann spätestens nach drei Tagen abgeklungen sein. Trotzdem greifen Raucher gerade in dieser Phase und auch danach schnell wieder zum Glimmstengel. Warum ist das so?

Entzugserscheinungen – warum tauchen sie auf, wo kommen sie her?

Der regelmäßige Konsum einer Droge hat einen Gewöhnungseffekt auf den Körper und die Psyche. Wird die Droge entzogen, muss sich der Organismus auf eine völlig neue Situation einstellen. Die Wissenschaft nennt das ein Entzugssyndrom oder auch Abstinenzsyndrom. Das Auftreten von Entzugserscheinungen lässt auf eine Abhängigkeitserkrankung schließen. Ferner unterscheidet man in körperliche und psychische Entzugssymptome:

Körperlich

  • Treten schon wenige Stunden nach der ersten Abstinenz auf
  • Höhepunkt nach 24 bis 48 Stunden

Psychisch

  • Zeigen sich besonders in gewohnten Situationen
  • Dauer lässt sich nicht konkret eingrenzen

Nikotin und Tabakersatzstoffe

Nikotin ist ein starkes Nervengift. Seine Suchtwirkung wird durch weitere im Tabakrauch enthaltene Stoffe noch verstärkt. Reines Nikotin hat ein eher geringes Suchtpotenzial. Die starke Abhängigkeit des Rauchers entsteht erst durch die Wechselwirkung des Nikotins mit den anderen Inhaltsstoffen einer Zigarette. 

Eine körperliche Abhängigkeit tritt im Verlauf schon recht früh ein. Es reichen wenige Zigaretten oder wenige aufeinanderfolgende Phasen oder Tage, an denen geraucht wird, um bei Entzug der Substanzen körperliche Entzugssymptome zu entwickeln. Oral aufgenommenes Nikotin ist dabei viel weniger suchtgefährdend und auch Pflaster haben ein geringeres Abhängigkeitspotenzial.

Es verwundert deshalb nicht, dass die Rückfallraten von Rauchern, die das Rauchen mit Hilfe von Nikotinersatzpräparaten aufgeben wollen nur geringfügig niedriger liegen, als die von Rauchern, die ohne Hilfsmittel auf das Rauchen verzichten.

Ist Nikotinentzug wirklich so schlimm

Nikotinentzug und körperliche Entzugserscheinungen

Die körperlichen Entzugssymptome des Nikotinentzugs können sich zwar belastend anfühlen, verschwinden aber schon nach wenigen Tagen oder Wochen. Aber auf welche körperlichen Entzugserscheinungen muss sich der ehemalige Raucher einstellen?

  • Reizbarkeit
  • Müdigkeit
  • Innere Unruhe
  • Nervosität
  • Depressive Verstimmung
  • Verminderte Konzentrationsfähigkeit
  • Gesteigerter Appetit
  • Schlafstörungen
  • Vermehrtes Schwitzen

Um die Symptome eines Nikotinentzuges zu lindern, können Rauchentzugswillige mit Nikotinersatzstoffen oder verschreibungspflichtigen Medikamenten arbeiten. Starke Raucher sollten über diese Möglichkeit nachdenken, um Rückfällen vorzubeugen. Gegen die psychischen Entzugssymptome ist dagegen kein wirkliches Kraut gewachsen. Die lassen sich nur mit viel Disziplin und einer Verhaltensänderung bekämpfen.

Die Macht der Gewohnheit – was hilft gegen psychische Entzugserscheinungen

Die eigentliche Herausforderung am konsequenten Rauchstopp liegt in der gedanklichen Abhängigkeit von der Zigarette. Für den einen gehört sie zum Morgenkaffee, der andere greift nach dem Essen danach. Kein Telefongespräch ohne Glimmstengel, man freut sich auf die Zigarette in der Mittagspause. Psychische Entzugssymptome tauchen dann auf, wenn wir nicht auf das Gewohnte ausweichen können. Wir werden unruhig, unsere Gedanken kreisen um die Entspannung, die wir meinen durch das antrainierte Verhalten zu erfahren.

Dabei ist es nach dem rein körperlichen Entzug nur noch eine Illusion, dass wir die Zigarette bräuchten, um uns wohl zu fühlen. Eine Verhaltensänderung lässt sich erlernen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Dinge, die man regelmäßig tut, werden irgendwann zur Routine. Auch, wenn aller Anfang schwer ist, lassen sich psychische Entzugserscheinungen wie:

  • Aggressivität
  • Konzentrationsstörungen
  •  Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
  • Angst und Depressionen

Mit einer bewussten Verhaltensänderung umgehen. Fülle das seelische Loch, das die fehlende Zigarette in dir auftut mit einer gesunden Ersatzbefriedigung! Im Zuge der Rauchentwöhnung muss man seinen Körper und Geist ganz einfach umpolen und bedenken, dass der Stress, dem man mit einer Zigarette begegnen will, von eben dieser ausgelöst wird. Wenn du diesen Kreislauf erst einmal durchbrochen hast, dürfte einem rauchfreien Leben nicht mehr im Wege stehen.

Was mache ich ohne mein Nikotin

Das Rauchen und der Stress – ein ewiger Kreislauf

Die psychische Abhängigkeit beim Rauchen ergibt sich aus einer antrainierten Stressbewältigung. Viele Raucher argumentieren, die Zigarette mache sie ruhiger, wirke entspannend und helfe gegenwärtigen Stress abzubauen. Abgesehen von den körperlichen Entzugssymptomen, die schon nach wenigen Tagen ausgestanden sind, ist das aber nur ein Selbstbetrug.

Der eigentliche Stress und die innerliche Unruhe entstehen erst durch den Verzicht auf die Zigarette und den damit verbundenen Verzicht auf Nikotin! Das angenehme Gefühl, das sich nach dem ersten Zug einstellt hat also nichts damit zu tun, dass die Zigarette eine Stresssituation abmildert, im Gegenteil, erst die Nikotinabhängigkeit beschwört das vermeintliche Unruhegefühl herauf. Rauchen ist in diesem Sinne also nicht weiter als eine schlechte Angewohnheit und die lässt sich auch wieder abtrainieren.

Vergiftungssymptome nach der ersten Zigarette – ein Warnzeichen deines Körpers

Wer von äußeren Umständen schon mal dazu gezwungen war, für längere Zeit auf den Tabakkonsum zu verzichten (Krankenhausaufenthalt, Nichtraucherörtlichkeiten), erinnert sich vielleicht an die Übelkeit, die die erste Zigarette auslöste. Oft reagiert der Körper auch mit Kopfschmerzen, Atemnot oder einem Schwindelgefühl. Das alles sind Symptome einer Vergiftung. Der Organismus wehrt sich gegen die ihm aufgezwungenen, ungesunden Stoffe!

Das Absurde daran ist, dass sich diese Erscheinungen schon nach kurzer Zeit umkehren und dann eben auftreten, weil die Stoffe entzogen werden.

Die Psyche gaukelt uns vor, wir würden die Zigarette brauchen, obwohl unser Körper sich mit ihrem Fehlen schon arrangiert hat. Wenn wir dann wieder zur Zigarette greifen, wehrt sich unser Organismus gegen die giftigen Stoffe, aber wir übergehen die Alarmzeichen. Ein echter Teufelskreis eben, aus dem du nur ausbrechen kannst, wenn du diese Wechselwirkung erkennst und diszipliniert dagegen ankämpfst.

Entzugserscheinungen durch Tabakkonsum – wie damit umgehen

Um wirklich und dauerhaft mit dem Rauchen aufzuhören, braucht es einen Schlachtplan. Am Anfang steht nicht nur der Entschluss, sondern auch die Nachsicht mit sich selbst. Die körperlichen und seelischen Entzugssymptome können so ausgeprägt sein, dass der erneute Griff zur Zigarette wie die einzige Linderung wirken kann. 

Nikotinersatzstoffe oder Medikamente können helfen, dem körperlichen Entzug vom Tabakkonsum zu begegnen. Mache dir auch bewusst, dass die Symptome nur von kurzer Dauer sind und dein Körper nach dem körperlichen Entzug schon bald mit Abwehr reagieren wird, wenn du ihn erneut den Giftstoffen einer Zigarette aussetzen willst.

Psychische Entzugserscheinungen sind ein anderes Kaliber. In Stresssituationen oder aus reiner Gewohnheit möchte der ehemalige Raucher immer wieder auf die gewohnte Entspannung durch eine Zigarette ausweichen.

Der Teufelskreis aus körperlicher Abhängigkeit und Entzugssymtomen beginnt von Neuem. Mache dir bewusst, dass Nikotin und Tabakersatzstoffe deinen Organismus vergiften! Symptome wie Bluthochdruck oder Schmerzen in den Beinen kommen nicht vom Rauchverzicht, sie sind ein Alarmsignal deines Körpers, den du viel stärker schädigst, als es das Aushalten der typischen Symptome des Entzugs je könnten. Es lohnt sich, vor einem unbewussten Rückfall bewusst darüber nachzudenken!

Kann ich ohne rauchen leben

Regeneration und Lebensqualität – ein Licht am Ende des Tunnels

Ist der Entschluss gefallen, mit dem Rauchen aufzuhören, winken am Ende der körperlichen und seelischen Entzugssymptome Vitalität und Lebensfreude. Wenn du den Platz der Zigarette mit Entspannungsübungen oder sportlicher Betätigung ausfüllst, befreist du dich nicht nur aus einer ungesunden und lähmenden Abhängigkeit, du tust auch etwas für dein dauerhaftes Wohlergehen. 

Such dir Hilfe und Unterstützung, wenn die Entzugserscheinungen dich immer wieder zurückwerfen. Der Hausarzt kann dich zum Rauchstopp beraten und im Zweifelsfalle auch mit Medikamenten versorgen, die die Symptome abmildern.

Willst du wirklich aufhören zu rauchen, musst du dir bewusst machen, dass die Zigarette zunächst ganz aus deinem Leben verschwinden muss, damit du sie nicht mehr vermissen wirst. Rauchentwöhnung über eine Reduzierung der täglichen Dosis funktioniert nur in den wenigsten Fällen, weil die körperlichen Erscheinungen erst verschwinden, wenn der Organismus das Suchtmittel vollständig abgebaut hat. Tröste dich damit, dass dein Körper schon nach wenigen Tagen auf die Zigarette verzichten kann.

Fülle die Momente, in denen deine Psyche nach der Kippe verlangt mit einer bewussten Ersatzbefriedigung und vermeide Situationen, in denen du mit deinem Wunsch nach Entspannung durch Tabakkonsum konfrontiert wirst. Geh raus und genieße das Leben und lasst dir nicht von einer Sucht diktieren. Entzugserscheinungen sind nur die eine Seite der Medaille, auf der anderen Seite liegen Selbstbestimmung und gesunde Lebensführung.

Wie lange der Entzug vom Tabakkonsum dauern wird, liegt auch an dir selbst und deiner eigenen Einstellung zur Entwöhnung. Gib nicht gleich wieder auf, wenn sich ein Rückfall einstellt und freue dich über jeden Tag, den du auf die Zigarette verzichtet hast. Mögliche Entzugssymptome sind nur ein kleines Übel gegen die Befreiung von etwas so Absurdem wie dem Tabakkonsum, dem sich nichts Positives anheften lässt, egal wie man es dreht und wendet.

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